Versteh ma uns?

Verstehmauns

 

Um in der viel diskutierten und  emotional geladenen Debatte rund um die Themen Flucht und Asyl einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft entgegen zu wirken startet die Junge Generation (JG) in der SPÖ Steiermark eine Kampagne mit dem Titel „Versteh ma uns?“

Graz – Die aktuellen Ereignisse rund um Menschen auf der Flucht stellt uns auch in der Steiermark vor großen Herausforderungen. Menschen von jung bis alt sind verunsichert und werden auf sämtlichen Kanälen und auf sozialen Medien mit Nachrichten überflutet und begegnen den Themen Flucht und Asyl mit großer Skepsis.

Um genau diesem Phänomen entgegen zu treten, setzte es sich die Junge Generation Steiermark (JG) zum Ziel, eine Kampagne zu starten um die wichtige und vernachlässigte Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Kampagne besteht aus drei Säulen – Integration, Direkthilfe und Abbau von Vorurteilen.

„In einer Welt wo wir täglich mit erschreckenden Nachrichten überhäuft werden, ist es umso wichtiger, dass die Leute sich bewusst mit dieser Thematik auseinander setzen und sich eine eigene Meinung bilden.“, so Mustafa Durmus, Vorsitzender der JG Steiermark. Unverständlich ist für ihn auch, dass nach wie vor menschenverachtende Hasspostings tagtäglich in den sozialen Medien gezielt verbreitet werden und die Menschen dadurch noch mehr verunsichert werden. „Hier müssen Facebook und Co. genauso schnell reagieren, wie bei der Abbildung von freizügigen Fotos.“, so Durmus. Solche Postings unwidersprochen und unkommentiert stehen zu lassen, ist für Durmus der falsche Ansatz. „Ich versuche mit meinen Facebook Freunden, die solche Unwahrheiten verbreiten ins direkte Gespräch zu kommen um Unwahrheiten und Vorurteile aus der Welt zu schaffen.“, so Durmus.

Auch Johannes Schwarz sieht in diesen Entwicklungen eine enorme Herausforderung: „Die Steiermark und Österreich stehen vor einer enormen Herausforderung und der große Flüchtlingsstrom in Europa stellt aktuell die Steiermark vor eine einzigartige Bewährungsprobe. Gefordert ist neben der Bundesregierung auch die Europäische Union. Weitere Lippenbekenntnisse bringen Europa nicht weiter. Es muss endlich solidarisch und weit über die Grenzen Österreichs, Deutschlands und Schwedens hinaus gehandelt werden. Europäische Solidarität und gesicherte EU-Außengrenzen sind das Gebot der Stunde!“, so der Klubobmann der SPÖ Steiermark im Landtag.

Bei der Kampagnenpräsentation nahm auch Daniela Grabovac, Expertin für  Antidiskriminierung und Gleichbehandlung teil. Ihrer Meinung nach ist es auch enorm wichtig Vorurteile gleich gar nicht aufkommen zulassen. „Vorurteile scheinen die Welt und Umstände in generalisierender Weise einfacher und erklärbarer zu machen. Zu merken ist dies besonders an den Diskussionen um Flüchtlinge.“, so Grabovac.

Gerade im Internet äußern sich Menschen über diesen Personenkreis in verhetzerischer und menschenunwürdiger Art und Weise. „Sogenannte Hass-Postings, die im heurigen Jahr insbesondere seit dem Sommer eine Steigerung von über 70% (laut Statistik der Antidiskriminierungsstelle Steiermark) bedungen haben und leider aktuell sind wie noch nie – ein Trend, der gesellschaftlich besorgniserregend ist! Deswegen gratuliere ich zur Initiative und Kampagne, um gegen Vorurteile und Diskriminierung aufzustehen.“, so Grabovac.

Medina Catakovic sieht Integration als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Während unseren Einsätzen bei der Borderless:Flüchtlingshilfsaktion ziehen alle an einem Strang – egal ob ÖsterreicherIn, Asylsuchende/r, MuslimIn, ChristIn oder AtheistIn. Genau das ist es, was die europäische Gesellschaft in Zeiten wie diesen braucht, denn das ist gelebte Integration. Viele unserer HelferInnen äußerten, dass sie sich darüber freuen auf unsere kunterbunte Truppe gestoßen zu sein, da sie sonst kaum Kontakt mit MuslimInnen hatten und viele positive „Aha“-Effekte folgten, die Vorurteile widerlegt haben.“

Das Herzstück der Kampagne ist die brandaktuelle App „WillHelfen“. Diese ist ab sofort im Playstore kostenlos erhältlich. Die Organisation von Integrations- und Hilfsprojekten soll dadurch vereinfacht werden und insbesondere junge Menschen animieren sich aktiv einzubringen.

„Auf Gemeindeebene zeigt die Erfahrung, dass „Begegnung“ der Schlüssel zu einer gelungenen Integration ist. Einbinden und nicht Ausgrenzen führt die Bevölkerung und Schutzbedürftige zusammen. Begegnung führt zum kennen lernen, kennen lernen führt zu Akzeptanz und Verständnis und wirkt Vorurteilen entgegen. Der erste Schritt für jede/n Einzelne/n ist die Bereitschaft zur Begegnung mit den Flüchtlingen sowie hin- und nicht wegzusehen, wenn man helfen kann.“, so Klubobmann des SPÖ Landtagsklubs. „Diese Themen sind für uns eine Herzensangelegenheit. Wir freuen uns auf viele junge Leute, die gemeinsam mit uns, Projekte für ein besseres Miteinander starten.“, so Durmus abschließend.

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